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Der
Name | Wurzeln in Hessen | Patrizier
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Wurzeln in Hessen
Die Familien, die
heute unter den Namen Hartard, Hardardt, Hardart oder Hartart in
Deutschland und in den Vereinigten Staaten leben, lassen sich sämtlich
auf einen gemeinsamen Stamm zurückführen, der bereits im Spätmittelalter
im südlichen Hessen faßbar wird. Hier, in der Wetterau, dem von
Taunus, Spessart, Vogelsberg und Main begrenzten Landstrich,
erscheint unser Name erstmals im Jahr 1334 mit Peter
Hartrad, der in der Reichsstadt Friedberg ein Haus an der Burg
besitzt. Angehörige anderer Familienzweige ziehen früh von
verschiedenen wetterauischen Städten nach Süden, in die reiche
Messe- und Handelsmetropole Frankfurt: hierher gehören Contze
(Konrad) Hartrad aus Grünberg, der 1361 und 1369 in Frankfurt genannt
wird, und Peter Hartrad
aus Heddernheim (?), dem wir 1367, 1373 und – sofern es sich um
dieselbe Person handelt – 1416 begegnen, vielleicht
auch „Tyle Hardrats
son von Frydeberg“, der 1395, nachdem er eine Frankfurter Bürgertochter
geheiratet hat, das dortige Bürgerrecht erwirbt. Ein Clas (Nikolaus) Hartrad, Sohn des Konrad
Hartrad aus Altenstadt, schwört 1414 den Frankfurter Bürgereid;
wohl derselbe Clas Hartrad kommt 1427 und
1432 in Hochstadt bzw. Groschlag vor, zwei einander
benachbarten Orten nahe Frankfurt. Heinz
Hartrad scheint sein Sohn gewesen zu sein, da er Clas’ Güter
in Hochstadt erbt; man wird ihn mit jenem Heinrich Hartrad
identifizieren können, der 1447 und 1452 als hanauischer Schultheiß
zu Groschlag urkundet. Diel
Hartrad, der 1404 als Heimbürge (Bürgermeister) zu Hochstadt
auftritt, sowie Herte Hartrad,
der 1432 ebendort genannt wird (und möglicherweise mit einem 1373
in Frankfurt erwähnten Herte Hartrad personengleich ist), sind
vermutlich als Brüder des Clas anzusprechen. Eine weitere
mittelalterliche Linie der Familie findet sich in Büdesheim, nicht
weit von Altenstadt, mit Johann
(Henne) Hartrad, der 1413 in einer Frankfurter Urkunde erscheint
und vielleicht mit einem 1370 in Frankfurt erwähnten [N.N.] Hartrad
aus Büdesheim identisch ist, sowie mit Fritz
Hartrad (Hartrud), der 1468 als wohl schon weit über 60jähriger
mit seiner Frau Grete und deren Geschwistern Bechte Becker, Andreas,
Wigel und Else in Büdesheim genannt wird.
Die Wetterauer Hartart und Hartert
Am Übergang zur
Neuzeit verbreitet sich die Familie über die ganze Wetterau, in die
Städte Friedberg, Wölfersheim, Butzbach und Münzenberg vor allem,
aber auch in kleinere Ortschaften wie Petterweil bei Frankfurt oder
verschiedene Dörfer des Taunus (s.u.). Die Übernahme von Schultheißenämtern
und anderen obrigkeitlichen Funktionen, der Wegzug zum
Studium oder aus wirtschaftlichen Gründen werden von Fall zu Fall
zu dieser Verästelung beigetragen haben. So mag der Wölfersheimer Schultheiß Hartrad, dessen Vornamen wir nicht kennen, ursprünglich
aus dem nahen Friedberg stammen und später in die Dienste der
Grafen von Solms getreten sein. 1499 wird er aktenkundig, als
Philipp von Solms sich brieflich bei seinem Vetter Otto von Solms über
Gewalttätigkeiten des Hartrad beschwert: dieser habe in einem
Waldstück bei Wohnbach unerlaubt Holz schlagen lassen und dabei die
Untertanen Philipps mit gespannter Armbrust bedroht. Otto
verspricht, derartiges für die Zukunft abzustellen, doch noch im
Jahr 1502 wird der Vorfall in einer Klageschrift des Grafen Philipp
erwähnt. Ein Gernandus Hartert(t) aus Wölfersheim, der sich im Sommer 1508 an
der Universität Leipzig immatrikulierte, wird wohl der Sohn des
streitbaren Schultheißen gewesen sein.
In Münzenberg,
etwa 15 Kilometer nördlich von Friedberg, begegnet 1542 der
Altarist (Kaplan) Bernhard Hartart (Harttort), als er
gemeinsam mit dem Münzenberger Pfarrer und drei weiteren Altaristen
dem Grafen Philipp von Solms seinen Anteil am Zehnten zu Wohnbach
verkauft. Aus Münzenberg gebürtig ist auch Wenzel (Werner)
Hartart, dessen Nachkommen unter dem Namen Hartert
(Hartterdt, Hardtert, Hardert) erscheinen. Wenzels noch in Münzenberg
getaufter Sohn Johann, ein Schneider, wird später Bürger zu
Friedberg, wo er sich 1596 mit Margaretha Marckel und 1613 in
zweiter Ehe mit Maria Heller verheiratet. Er stirbt vor 1644 und
hinterläßt einen Sohn Johann Philipp. Dieser, ebenfalls
Schneider, wird 1643 Bürger zu Frankfurt und verheiratet sich dort
im darauffolgenden Jahr mit Anna Germain. Sein Grab findet er 1682
in Sachsenhausen. Sein Sohn, der Schnürmacher Johann Adolph,
wird 1656 in Frankfurt geboren und stirbt dort 1687. Aus seiner 1679
geschlossenen Ehe mit Anna Margaretha Leinig geht eine Tochter, Maria
Katharina, hervor (*1685, †1745), die sich 1711 mit dem
Posamentierer Jakob Ströhlein verheiratete und im Jahr 1729
zusammen mit ihrem Mann ein Haus in der Frankfurter Borngasse
kaufte. Zu diesem Zweig der Familie gehören wohl auch der
Frankfurter Bierbrauer Johann Christoph Hardert (gen. 1688),
der 1682 an der Universität Jena immatrikulierte und 1688 wieder in
Frankfurt genannte Samuel Hardert sowie der Frankfurter Bürger
und Posamentenmacher Johann Christoph Hartert (gen. 1718).
Als ein
weiterer Abzweig dieser Linie kommen ferner die Hartert
in Okarben und Petterweil in Betracht; beide Orte liegen wenig nördlich
von Frankfurt an der von Friedberg herkommenden Straße. Kaspar
Hartert ist 1607 Bürgermeister zu Petterweil; vielleicht dessen
Sohn ist Wendel Hartert (Harttert, Hartrad) von Petterweil,
der 1624 mit seiner Ehefrau Katharina erwähnt wird und um 1643 als
Schultheiß des Deutschen Ordens zu Kloppenheim sowie 1648 bzw. 1652
als Untergrefe bzw. Grefe (Amtmann) der Burg Friedberg zu Okarben
amtiert. Anna Katharina, geb. Hartert, Gattin des Hofmeisters
zu Rödelheim, J. Heinrich Mohr, die 1679 ihre ererbte Mühle auf
der Nidda zu Okarben mit allen Rechten und Pflichten an den Mainzer
Erzbischof Karl Heinrich von Metternich und seinen Bruder Philipp
abtritt, ist wohl seine Tochter.
Mit den Münzenberger
Hartart / Hartert eng verwandt dürften aufgrund der
Wappengleichheit die Hartart
in Butzbach sein. Guntram Hartart, zwischen 1560 und 1574 in
den Stadtrechnungen als Schmied und Uhrsteller bezeugt, war Ratsherr
und 1567 Bürgermeister zu Butzbach. Er starb, wie zwei seiner
Kinder, 1574 an der Pest, und wurde von seiner Witwe Eva sowie der
Tochter Kunigunde (*1564, †1616, verh. 1582 mit Henrich
Geutz) überlebt. Ein Heinrich Hartart (Hartter) ist 1560 und
1561 in den Butzbacher Stadtrechnungen genannt.

Die
Linien im Taunus I: Die Hartart in Eschbach und Wernborn
Ein
weiterer Zweig der Familie kam im 16. Jahrhundert nach Eschbach im
Taunus (heute zu Usingen), nicht weit westlich von Friedberg.
Ursache für die Umsiedlung war vielleicht auch hier wieder die
Besetzung eines Beamtenpostens: denn der erste in Eschbach faßbare
Familienangehörige, Johann Harterd, ist dort gräflich nassauischer Schultheiß, als sein Sohn
Hartmann Hartart 1541 ein Studium in Marburg aufnimmt.
Hartmann tritt später als gräflicher Rat in die Dienste des Hauses
Wied und ist um die Mitte des 16. Jahrhunderts viele Jahre lang
dessen Gesandter auf dem Wetterauer Grafentag. Auch ein Wigand
Hartard, der seit 1592 an der Universität Marburg studiert, gehört
vielleicht hierher.
In
Wernborn, dem Nachbarort Eschbachs, sind die hessischen Hartart
bis heute zuhause. Im Unterschied zu den übrigen Taunuslinien der
Familie gehören sie dem katholischen Bekenntnis an, seit Kurmainz
hier ab 1581 gegenreformatorisch tätig wurde. Die Herrschaft
Kransberg (die auch Wernborn und Pfaffenwiesbach umfaßte) war
seitdem eine katholische Enklave inmitten überwiegend evangelischer
Territorien. Aus
Wernborn stammt Johannes Anton Hartart (1692-1764, verh. mit
Anna Elisabeth …), dessen Söhne die Familie fortsetzen:
(A)
Matthias (*um 1729, verh. mit Anna Margaretha Ludwig) mit (1)
Nikolaus (1767-1832, verh. mit Anna Maria Wirth) und (2) Konrad
(1772-1835), aus dessen Ehe mit Anna Maria Bodenröder die Söhne
(a) Anton (1800-1870, verh. mit Elisabeth Engelländer, mit
den Kindern Franz, 1841-1869, und Maria Anna, *1845,
verh. mit Anton Johann Maibach), (b) Augustin (*1805, verh.
mit Catharina Becker) und (c) Heinrich (1810-1888, verh. mit
Anna Maria Catharina Maibach, mit sieben Töchtern und dem Sohn Christoph,
*1844) hervorgingen;
(B)
Johannes (1733-1785, verh. 1. mit Eva Catharina Heid, 2. mit
Angela Maria Müller), dessen drei Söhne alle im Kindesalter
starben.
Die
Gründer zweier weiterer Wernborner Linien sind möglicherweise
ebenfalls Söhne Johannes Antons; es sind dies:
(C)
Nikolaus (1721-1788, verh. mit Maria Catharina Dinges), von
dem aus der Zweig über drei Söhne weiterläuft: (1) Anton (1746-1816,
verh. mit Angela Maria Lotz), von dessen Söhnen Kasimir (1778-1840,
verh. mit Katharina Schreiber) und Anton (1791-1853, verh.
mit Juliana Dillmann) ersterer drei Töchter hatte; (2) Kaspar I.
(1758-1818, verh. mit Maria Anna Wenz), dessen Sohn Kaspar
II. (1790-1862, verh. mit Elisabeth Bernard) die Söhne Johann
Joseph (*1823, verh. mit Elisabeth Paridon) und Johann
Friederich (*1829, verh. mit Elisabeth Friedrich, mit den Söhnen
Peter Joseph, *1857, Johannes, *1862, Balthasar,
1865-1950, und Johann Heinrich, *1868) hinterließ; schließlich
(3) Philipp (1764-1814, verh. mit Anna Margaretha Brendel),
dessen Sohn Johann Philipp (1799-1858) aus seiner Ehe mit
Maria Anna Diehl die Söhne Johann Joseph Wilhelm (*1838) und
Anton Heinrich (*1829, verh. mit Angela Maria Schmitt) sowie
den Enkel Nikolaus Christoph (*1864) hatte.
(D)
Ludwig (1725-1790, verh. mit Maria Christina Wirth), dessen
Sohn Johannes (1765-1828, verh. mit Anna Maria Dinges) die
Linie fortsetzte: mit einem Sohn Nikolaus (1790-1866, verh.
1. mit Elisabeth Christina Müller, 2. mit Eva Sattler) sowie den
Enkeln (1) Christian (1813-1851, verh. mit Maria Katharina
Maibach, mit dem Sohn Johann Philipp Georg, *1840, verh. mit
Philippine Lauth, und dem Enkel Georg Jakob, *1873) und (2) Johann
Georg (*1829, verh. mit Anna Maria Sommer, mit dem Sohn Jakob,
*1872, verh. mit Maria Katharina Carolina Heid).
Einen
eigenen Zweig der Wernborner Hartart bilden die Hartard und
Hardardt in der Pfalz, die mit Nikolaus Hartard (*um 1660) und
seinem Sohn Johannes (*um 1690) beginnen (mehr).
Nicht
klar zuzuordnen sind Petrus Hartart, dessen Tochter
Margarethe (aus einer Ehe mit Agnes [de Kempenich]) im Jahr 1635 in
Sankt Laurentius zu Trier getauft wird; Franz Reinhard Hartard,
der 1675 als „ausländer“ das Kasseler Bürgerrecht erwirbt; Matthias
und Catharina Hartart, die ihre Tochter Maria Catharina
1691 in Boppard/Oberwesel taufen lassen; Sylvester und
Anna Margaretha Hartart, deren Tochter Maria Eva 1710 in Sankt
Emmeram zu Mainz die Taufe erhält; Margaretha Hardart, die
sich 1705 in derselben Kirche mit Gotthard Fabricius verheiratet;
sowie Friedrich Hartard (*um 1720 in Lorch am Rhein), dessen
Sohn Simon 1779 in Ulmen (Eifel) Anna Margaretha Klutsch
ehelicht.

Die
Linien im Taunus II: Die Hartert und Hardert aus Griedelbach
Wohl als ein
Seitenzweig der Eschbacher Hartart anzusehen ist eine evangelische
Familie Hartert (Hardert), die seit dem 16. Jahrhundert in
dem kleinen Taunusort Griedelbach (zwischen Wetzlar und Usingen,
wenige Kilometer westlich von Butzbach) nachweisbar ist und zu deren
Nachkommen die noch blühenden Hartert in Wetzlar ebenso gehören
dürften wie die Papiermacherfamilie Hardert aus Brandoberndorf.
Zuerst kommt in Griedelbach ein Bernhard
Hartert vor, der ausweislich der Lebensdaten seines ältesten
Sohnes um das Jahr 1540/50 geboren sein muß. Als Kinder sicher
zuzuweisen sind ihm Johannes (gen. als Taufpate seit 1594), Anna (gen. 1595), Maria (gen.
seit 1606) und Wilhelm (gen.
seit 1614), möglicherweise auch Nikolaus
(gen. als Taufpate 1595) und Christian
(mit einem Sohn Johannes,
*1605). Bernhards Sohn Johannes ist wohl derselbe Johannes Hartert,
der mit seiner Frau Katharina folgende Kinder hat:
Wilhelm (1603-1677, gräflich solmsischer Schultheiß und
Gerichtsschöffe zu Kröffelbach, einem Nachbarort Griedelbachs, mit
den Kindern Anna Elisabeth,
*1620, Johannes, *1622,
und Johann Wilhelm,
*1624), Christian (*1606),
Hartard (!, 1607-1678, mit einem Sohn Johannes, *1633), Juliana (*1608),
Lukas (*1610), Bernhard (*1612), Margaretha (*1614),
Matthias (*1618), Engen
(*1623) und Johannes (*1626).
Noch
unverbunden neben diesem Stamm finden sich in Griedelbach: Wilhelm
Hardert (gen. als Taufpate 1621) und sein Bruder Johann Georg (gen. als Taufpate in Griedelbach 1620, in Oberquembach
seit 1626, mit den Söhnen Wilhelm,
*1621, und Johannes,
*1625); in Niederwetz, nördlich von Griedelbach: Christoph
Hartert (gen. als Taufpate 1709) und Johann
Wilhelm Hartert (als Schultheiß des nassauischen Teils von
Niederwetz, mit einer 1706 in Oberwetz verheirateten Tochter Anna Barbara).
In
Brandoberndorf, dem südlichen Nachbarort Griedelbachs, erscheint
die Familie erstmals mit einem Nikolaus
Hartert, dessen Sohn Johann
Heinrich sich dort im Jahr 1667 mit Anna Ursula Scheid
verheiratet. Etwa zur selben Zeit findet man einen Heinrich
Hartert (mit den Kindern Anna
Elisabeth, 1672-1704, und Johann
Bernhard, gen. als Taufpate 1698), einen Bernhard
Hartert (mit einer 1708 als Taufpatin genannten Frau Anna
Margaretha) sowie einen Johannes (I.) Hartert (*um 1650) –
alles möglicherweise weitere Söhne des Nikolaus.
Der
letztgenannte Johannes (verh. 1. mit Anna Elisabeth Sutor, 2. mit
Maria Hoffmann) zieht um 1690 mit Frau und Kindern von
Brandoberndorf nach Köppern (bei Okarben) und kauft dort die seit
dem 30jährigen Krieg verfallene Hüttenmühle (genannt Waldmühle),
um sie als Papiermühle neu zu errichten. 1703 veräußert er das
Anwesen und geht mit seiner Familie nach Oberstedten (bei Bad
Homburg), wo er erneut eine Papiermühle erwirbt: die Hardertsmühle,
die heute als Hotel und Ausflugslokal betrieben wird. Sein Tod fällt
in das Jahr 1707. Von seinen Kindern aus zweiter Ehe setzten diesen
Ast fort:
(A)
Johannes II. Hardert (1678-1748, Lumpensammler auf der
Oberstedtener Papiermühle, verh. mit Anna Margaretha Hector) mit
einem Sohn Johann Martin (*1727);
(B)
Johann Eberhard Hardert (*1680, Papiermacher in Köppern,
verh. mit Anna Catharina Düringer) mit den Söhnen Johann Conrad
(*1705), Joseph (1706-1764, Lumpensammler in Oberstedten,
verh. mit Catharina Schneider) und Johannes (*1709); und
(C)
Johann Philipp I. Hardert (1686-1758, Müller in Köppern und
Oberstedten, verh. mit Anna Elisabetha Dott); von dessen Söhnen Johann
Michael (1716-1768, Papiermacher zu Oberstedten, verh. 1. mit
Anna Catharina Braun, 2. mit Anna Catharina Völcker, 3. mit Ursula
Elisabetha Fischer) und Johann Peter (1719-1750) setzte
Johann Michael die Linie fort: mit dem Sohn aus erster Ehe, (1) Johann
Peter (*1738, Papiermüller zu Oberstedten, verh. mit Anna
Elisabetha Deissler), und dem Enkel Philipp Wilhelm (*1765);
und den Söhnen aus zweiter Ehe (2) Philipp Wilhelm (*1751,
Papiermüller und 1792 Papiermachermeister zu Oberstedten, verh. mit
Anna Justina Eich), (3) Johann Christoph (*1756) und (4) Johann
Friederich (*1758), von denen Philipp Wilhelm Nachkommen hatte:
nämlich die Söhne Johann Friedrich (*1791, gefallen im
November 1812 in der Schlacht von Beresina) und Christian Wilhelm
(1784-1853, Papiermacher, verh. 1. mit Anna Christina Schmidt, 2.
mit Christina Magdalena Irmentraut).
Von letzterem stammen: aus zweiter Ehe der Sohn Johann
Philipp II. (*1822, Mühlarzt, verh. mit Maria Agnes Hachmuth)
und dessen Sohn Johann Philipp III. (*1851), aus erster Ehe
der Sohn Johann Stephan (1808-1894, Landwirt und
Pappfabrikant zu Oberstedten, verh. mit Sophia Ernestina Christiana
Heck) mit den Söhnen (a) Friedrich Jakob (1843-1919,
Landwirt, Müller und Kutscher, verh. mit Christina Justina
Kleemann), der eine Tochter hinterließ; (b) Heinrich Karl
(1848-1933), dem letzten Pappdeckelfabrikanten und Gastwirt seines
Namens auf der Hardertsmühle zu Oberstedten, der mit seiner Frau
Marie Margaretha Völl vier Töchter hatte; schließlich (c) Stephan
Friedrich (1839-1911, Wirt zu Oberstedten, verh. 1. mit
Christina Raab, 2. mit Magdalena Biqué), dessen Söhne beide in die
USA auswanderten: (I) Friedrich Jakob (1903-1929, verh. mit
Frieda Louisa Daut) zog nach Ohio, wo er die Familie mit den Kindern
James Leonhard, Robert Fredrich und Ruth Ann
fortsetzte; (II) Friedrich Ludwig (1860-1933, verh. mit
Caroline Atzel) ließ sich ebenfalls in Ohio nieder, in Cincinnati,
wo er neben einer Tochter Katherine (1898-1988, verh. mit Dr.
William Charles Heinz) fünf Söhne hatte: (IIa) Fred I.
(1883-1961, verh. mit Lillian Miller, mit dem Sohn Fred II.,
verh. mit Elsie Weber, und den Enkeln Kenneth, verh. mit
Miltred VanDarmark, und Norman, verh. mit Shirley Chriest); (IIb)
Albert I. (1885-1960, verh. mit Lena Frey, mit dem Sohn Albert
II., verh. mit Estelle Bernhard, und dem Enkel Ronald A.,
emerit. Soziologieprofessor, Arizona, verh. mit Linda Blalock); (IIc)
Edward Louis (1887-1982, verh. mit Marie Rumpke, mit dem Sohn Edward,
verh. mit Artie Marie Burton); (IId) Wilhelm (1895-1986,
verh. mit Estelle Boehner, mit dem Sohn William, verh. mit
Lucy Jenkins, und den Enkeln William, Michael und Denise);
sowie (IIe) Walter Albert (1903-1977, verh. mit Audrey
Landmeier, mit dem Sohn Jack Walter, verh. mit Faye
Underwood, und den Enkeln Scott Walter und Michael,
verh. mit Trudy Wunnenberg).
 
Heinrich
Karl Hardert (1923)
Die Hartert in
Nassau
Ebenfalls dem hessischen Raum nördlich von
Frankfurt benachbart liegt der Ursprung der evangelischen Hartert
in Nassau. Ihr Stammvater Friedrich Hartartt, Schultheiß
zu Ewersbach (bei Dillenburg), wird um das Jahr 1500 geboren
(†1568). Mitglieder der ersten Generationen dieser Familie sind im
16. und 17. Jahrhundert als Beamte der gräflich nassauischen
Regierung und als Landschreiber der Grafschaft Diez tätig: so
Friedrichs Sohn Wilhelm Hartardt (Hartordt, 1530-1575), der
1568-1575
als Nachfolger seines Vaters Schultheiß zu Ewersbach ist, und
dessen Sohn Andreas Hartardt (Hartert), der 1570-1630 als
Landschreiber amtiert. Von den drei Söhnen des Andreas wird Gottfried
Hartert (†1662) als Nachfolger seines Vaters Landschreiber in
Diez, Johann Carl Hartert (†1659)
ebendort Rentmeister; die Nachkommen des letzteren erlöschen in männlicher
Linie im Jahr 1730 mit dem Tod des Hahnstättener Pfarrers Johann
Wilhelm
Hartert. Der Name Hartert
verschwindet damit in Nassau. Der dritte, jüngste Sohn des Andreas,
Anton Hartert (1607-1659)
geht, wohl weil die Brüder die erstrebenswerten Posten in der
Grafschaft Diez innehatten, außer Landes nach dem landgräflichen
Hessen, wo er in Grebenstein bei Kassel Rentmeister wird. Für sein
Fortkommen dürfte es nicht ohne Bedeutung gewesen sein, daß er die
Kammerzofe der Landgräfin geheiratet hatte. Sein Sohn Franz
(1643-1694) wird Bürgermeister zu Grebenstein, dessen Sohn Johann Franz (1668-1734)
Metropolitan zu Sontra, dessen Sohn Dietrich
Philipp (1699-1774) schließlich Rentmeister zu Hersfeld. Der
deutsch-britische Ornithologe Ernst Hartert (1859-1933), Sohn
des preußischen Generalmajors Karl Hartert (1828-1915), stammt aus dieser noch bestehenden Familie, die in den Harter zu
Dauborn bei Hahnstätten sehr wahrscheinlich einen weiteren Ast
besitzt. Johann Harttart, 1591-1626 als Nachfolger seines
Vetters Kuno von Dehrn Landschreiber und Kirchenpfleger zu Dierdorf
im Westerwald, und Hermann Harttert, 1600 in Camberg
(westlich von Usingen, nahe Hahnstätten) genannt, gehören möglicherweise
auch dieser Linie an.
 
Ernst
Hartert (1859-1933)

Der
Artikel zur Familiengeschichte als PDF-Dokument:


Familien Hartrad im Mittelalter: Stammtafel I  Familien
Hartart in der frühen Neuzeit: Stammtafel II 
 Quelle zum Download: Johann Karl von Fichard genannt Baur von Eysseneck: Hartrad.
In: Geschlechtergeschichte der Stadt Frankfurt am Main, Ms. um 1810,
fasc. 124, Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main

Literatur und Quellen (Auswahl):
Dietrich Andernacht/Otto Stamm (Bearb.): Die Bürgerbücher
der Reichsstadt Frankfurt 1311-1400 und das Einwohnerverzeichnis von
1387. Frankfurt am Main 1955 Dietrich Andernacht/Erna Berger
(Bearb.):
Die Bürgerbücher der Reichsstadt Frankfurt 1401-1470. Frankfurt am
Main 1978 Carl Barnas: Bürgerwappen in Friedberg. In: Friedberger
Geschichtsblätter Bd. 9. Friedberg 1931, bes. S. 38 Ludwig
Clemm: Beiträge zur Butzbacher Sippenkunde des 14. bis 16.
Jahrhunderts. In: Mitteilungen der Hessischen
Familiengeschichtlichen Vereinigung 5, S. 230-272 Eckhart
G. Franz (Bearb.): Kloster Haina. Regesten und Urkunden. Bd. 2/2, Marburg 1998, Anh. II, Bl. 17 und 17v M. Foltz (Bearb):
Urkundenbuch der Stadt Friedberg. Bd. 1, Marburg 1904 Hellmuth
Gensicke: Zur Geschichte des nassauischen Adels. DIe vom Hof und im
Hof von Dehrn und Limburg. In: Nassauische Annalen, Bd. 71,
Wiesbaden 1960, S. 185-188, bes. Anm. 80 Franz
Gundlach (Bearb.): Das Casseler Bürgerbuch (=Zeitschrift des
Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Neue Folge, XI.
Supplement). Kassel 1895, S. 81 Eduard Hartert: Hartert. In: Deutsches
Geschlechterbuch Bd. 121, S. 178-220 Hermann
Knodt: Rhein-Mainisches Wappenbuch. Bd. 1: Hessisches
Wappenbuch, 1. Teil, Görlitz 1943, Sp. 71 und Taf. 30 Hermann
Knodt: Wappen blühender Geschlechter des Landes Hessen. In:
Hessische Familienkunde Bd. 2/H. 6/7, Frankfurt am Main 1953, bes.
Sp. 257ff. Matrikeln der Universitäten Jena, Leipzig und
Marburg Hanno
Müller (Bearb.): Familienbuch Butzbach. Bd. 1, Butzbach 2003 Georg
Schmidt: Der Wetterauer Grafenverein. Marburg 1989, bes. S. 60
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