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Der
Name | Wurzeln in Hessen
| Patrizier | Pfälzer
Zweig | Amerika | Weltweit
Weltweit
Noch
nicht geklärt ist der Zusammenhang der hessisch-pfälzischen
Hartard (Hartart, Hardardt, Hartert) mit den Hartard in Frankreich,
England und Chile. Ihren Ursprung haben diese Familienzweige in
Luxemburg sowie im (ehemals luxemburgischen) Norden Lothringens: in
den vier luxemburgischen Orten Bereldingen, Helmdingen, Helmsingen
und Roeser ist der Name bereits im 16. Jahrhundert belegt; in
Walmestorff, nahe der heute zu Lothringen gehörenden Stadt
Diedenhofen (Thionville), findet er sich seit spätestens 1611, in
Pittingen (Pittange / Luxemburg) seit 1656. Ein Benediktiner Jean
Hartard (Johannes Hartardt / Hartardus / Harder) aus Trier war
1522-1548 der 27. Abt des Münsterklosters zu Luxemburg und eine der
herausragenden Gestalten der luxemburgischen Gegenreformation; in
seine Amtszeit fiel die Zerstörung der Abtei von Altmünster,
vermutlich durch Truppen des französischen Königs Franz I., die
die Stadt Luxemburg am 11. September 1543 besetzt hatten. Einen
Studenten gleichen Namens, „Joannes Hartardus de Later
ducatus Lucelburg. dioc. Treviren., laicus“, findet man 1584 an
der Universität Freiburg, einen „Guilhelmus Hartart,
Luxemb., ex gymnasio Montano“ 1692 in Köln, wo er in der Matrikel
unter „pauperes“ (= Arme) verzeichnet ist. Auf die
luxemburgischen Hartard gehen möglicherweise auch einige Familien Hartert zurück, die noch heute im Großherzogtum Luxemburg
sowie westlich in der belgischen Provinz Luxemburg und östlich in
der Trierer Gegend (Holsthum, Ferschweiler) beheimatet sind; auch
mehrere Mitglieder dieses Zweigs wanderten um die Wende vom 19. zum
20. Jahrhundert mit Zielhafen New York nach Amerika aus.
Seit
dem 17. Jahrhundert ist ein Siedlungsschwerpunkt der französischen
Familie der lothringische Landstrich an der Deutschen Nied (um Sankt Avold, zwischen Metz und
Saarbrücken).
(A) Pierre I. Hartard (*um 1625, †1677) war hier der Gründer
einer Linie Hartard in
Waibelskirchen (Varize) bzw. Harter
in Tetingen (Teting-sur-Nied), (B) Charles Hartard (Hartart,
Harter, *um 1650), vielleicht einer der Söhne Pierres, der Gründer
einer Linie Hartard in Günglingen
(Guinglange) / Niederfillen (Basse-Vigneulles) bzw. Harter
in Bibisch (Bibiche) / Schemerich (Chémery) / Freisdorf (Freistroff).

Erster
Lothringer Zweig
(A)
Pierres I. Stamm wurde in Varize fortgesetzt durch
(1)
den Sohn Philippe Hartard (verh. mit Barbe Jung), den Enkel
(a)
Pierre II. (1690-1783, verh. mit Anne Boor) und den Urenkel Pierre
III., der in Varize 1789 als Syndikus und Wahlmann für die
Generalstände fungierte und 1830, wie sein Vater hochbetagt, im
Alter von 98 Jahren verstarb. Aus seiner Ehe mit Anne-Marie Albert
gingen u.a. die Söhne Pierre IV. (1785-1850, verh. mit
Catherine Boor) und Louis (1793-1838, verh. mit Marie Lemoine)
hervor. Pierres IV. Sohn Louis (*1821) heiratete seine
Cousine, die Tochter seines Onkels Louis, Marie (1827-1864).
Die Söhne dieser Ehe setzten die Linie fort: Jean Pierre (*1853, verh. mit Rose Bazin) u.a. mit dem Sohn Louis,
der Bürgermeister zu Varize war; sowie Auguste Victor
(*1855, verh. mit Catherine Schneider) mit den Kindern Eugène
Marie Victor (1885-1964, Lehrer in Varize), Marie
(1887-1958, verh. mit Eugène Petit) und Victorine
(1890-1982, verh. mit Auguste Petit). Von den weiteren Kindern des
Philippe Hartard und der Barbe Jung sind zu nennen:
(b)
Nicolas (*vor 1682, †zwischen 1722 und 1742, verh. mit Catherine
Adam), dessen Sohn Philippe
(*vor 1713, †nach 1774) die Kinder François
(verh. mit Marie Baar), Anne (verh. mit Jean
Spieckert), Marguerite
(verh. mit Louis
Bir), Charles (verh. mit Anne
Michaud) und Nicolas
(verh. mit Catherine Leonard) hinterließ;
(c)
Philippe (1684-1725, verh. mit Françoise Hensienne), der die Linie
mit einem gleichnamigen Sohn (1709-1775, verh. mit Aimée Pallet)
und Enkel (†1804,
verh. mit
Françoise Ancillon) und dem Urenkel Pierre
(1783-1841, verh. mit Anne
Marie Klotz) fortsetzte; sowie
(d)
Jean (*vor 1691, †vor 1732, verh. mit Elisabeth Alexandre), von
dessen Söhnen Jean (*vor
1734, verh. mit Elisabeth Mick) zwei Töchter, Nicolas
(*vor 1720, †um
1774,
verh. mit
Marguerite Mangin) die Söhne Pierre
(*1744, verh. mit Catherine
Asch) und Claude (*1761, verh. mit Marie Dervin) hinterließ.
Zu
diesem Zweig wird auch Jean (Johannes) Baptist Hartard aus
Varize gehören, der 1789/90 in Mainz, 1793 in Würzburg studierte.
Von
den weiteren Söhnen Pierres I. stammen Familien, die in den ersten
Generationen noch als Hartard, Hartert oder Harter, später nur noch
unter dem Namen Harter auftreten:
(2)
Die erste Tetingener Linie des Jean
François Harter (*vor 1644, †1714,
verh. mit Suzanne Sporer) pflanzte sich fort in Ernest (*1668), Nicolas
(*1672), Philippe (*1673)
und dem Sohn Georges
(*1670, Weber), aus dessen zweiter Ehe mit Anne Catherine Anschatz
(Augustin) die Äste (a) des Martin
(1712-1770, Schneider, verh. mit Marguerite Ismert), (b) des Nicolas
(1706-1782, verh. mit Catherine Colchen) und (c) des Jean
Pierre (*1710, verh. mit Marguerite Halter) hervorgingen.
(a)
Der Martinsche Ast wurde
fortgesetzt mit den Söhnen Nicolas
(*1747, verh. mit Madeleine Weber) und Pierre
in Elwingen (Elvange, 1748-1818, verh. mit Madeleine Bourdon) sowie
Pierres Sohn Jean
(1791-1851, verh. mit Anne Dory), dem Enkel Martin
(*1829, verh. mit Madeleine Lecomte) und dem Urenkel Louis
(*1854).
(b)
Der Nicolassche Ast verläuft
weiter über die Söhne (I) Christophe
(1742-1806, verh. mit Catherine Bott) und dessen gleichnamigen Sohn
(*1777, verh. mit Jeanne Loh); (II) Pierre
(1745-1812, verh. 1. mit Marguerite Marie, 2. mit Anne Eve Engler)
und dessen Söhne aus zweiter Ehe, Henri,
Pierre (*um 1785, †1829, verh. mit Elisabeth Labadie) und Jean Pierre (1797-1857, verh. mit Elisabeth Gasser, mit dem Sohn Jean,
*1817 zu Sankt Avold, verh. mit Marie Anne Dupire, dem Enkel Jean
Alexis, *1863, verh. mit Marguerite Dudot, dem Urenkel Joseph, verh. mit Anne Bach, und dem Ururenkel François); sowie (III) Nicolas
(1739-1820, verh. mit Anne Marie Ismert, mit dem Sohn Henri, 1789-1873, verh. mit Marguerite Stoffel, dem Enkel Jean,
1828-1908, verh. mit Marianne Bride, und dem Urenkel Jean
Nicolas, 1862-1934, verh. mit Christine Dimanche).
(c)
Der Ast des Jean Pierre
verläuft in Sankt Avold über den Sohn François
(*1731, verh. 1. mit Claudine Henry, 2. mit Marguerite Anne Nimsgern),
den Enkel Jean Pierre
(*um 1760, †1837, verh. mit
Marguerite Schmitt) sowie den Urenkel Jean
Baptiste Pierre (*um 1788, †1840,
verh. mit Catherine Marguerite Schambille) und dessen Kinder,
darunter Pierre
(1818-1840) und Jean Pierre
(*1832).
Zum
Jean-Pierrschen oder zum Nicolaschen Ast gehören vermutlich auch Jean
Harter, um 1800 Pfarrer zu Lachambre (bei St. Avold), und François Harter, der in den 1990er-Jahren Bürgermeister von St.
Avold war.
Vielleicht sind hierher (oder zu den Harter aus dem zweiten
Lothringer Zweig, s.u.) auch noch zu zählen: Albert Harter,
2001-2008 Bürgermeister von Launsdorf (Launstroff, im
französisch-deutsch- luxemburgischen Dreiländereck Lothringens); Paul
Nicolas Félicien Harter (*1897 in Ückingen/Uckange, bei
Diedenhofen,
†1970
in Forbach), seit 1934 Bürgermeister von Forbach (Mosel) und
1936-1942 Deputierter der französischen Nationalversammlung; sowie Louis
Harter (*1910 in Montigny-lès-Metz), Geschäftsmann und
Komturritter des Päpstlichen Greogoriusordens.
(3)
Die zweite Tetingener Linie des Simon
Harter (*vor 1648, †nach
1711, Schneider, verh. mit Marguerite Magras) scheint mit den Söhnen
Jean Philippe (1679-1739,
verh. mit Claudine Weinberg) und Jean
(*vor 1684, verh. mit Christine Bohn) sowie deren Töchtern
erloschen zu sein.

Zweiter
Lothringer Zweig
(B)
Charles Hartard hatte aus seiner Ehe mit Elisabeth Kolt (Colte)
mindestens neun Kinder, darunter neben der Tochter Marie
(1681-1757, verh. mit Dominique Schneider) acht Söhne: (1) Claude
(1668-1736, verh. mit Marguerite Hennequin), (2) Nicolas (*um
1673, †1763, Hufschmied, verh. 1. mit Anne Borderau, 2. mit Cathérine
Minger), (3) Jean I. (1675-1745, verh. mit Marie Martine
Charon), (4) Mathias (1684-1766, verh. mit Françoise
Zimmermann), (5) Mangin
(*um 1687, †1774, verh. mit Anne Marie Klein) (6) Jacques
(*1670, verh. mit Marie Minger), (7) François (1683-1745,
verh. mit Jeanne Lecomte) und (8) Dominique (*um 1684,
†1774, verh. mit Marie Klein).
(1)
Claudes Linie verläuft weiter über den Sohn Mathias (1711-1743, verh. mit Jeanne Mohr) und den Enkel François
(1736-1816).
(2)
Der Zweig Nicolas‘ setzte sich fort mit den Söhnen Jacques
(aus zweiter Ehe, 1732-1817, Hufschmied, verh. 1. mit Agnès
Wilhelm, 2. mit Cathérine Nicolas), der drei Töchter hinterließ,
und François (aus erster Ehe, 1718-1781, Hufschmied, verh.
mit Madeleine Mangenot), von dessen drei Söhnen François
(*1765, verh. mit Elisabeth Dory), Mathias
(*1768, verh. mit Jeanne Albert) und Jean (1764-1840, verh.
mit Marie Anne Schneider) der letztere die Familie mit einem Sohn François (1796-1831, Hufschmied, verh. mit Marguerite Fosse), dem
Enkel François Eugène
(*1828, verh. mit Anne Boor / Bauer) und dem Urenkel Prosper
Eugène Jean (*1855, verh. 1. mit Marie Catherine Wilhelm, 2.
mit Catherine Eléonore Poinsignon) weiterführte.
(3)
Von den Nachkommen Jeans I. war der Sohn Jean II. Hartard
/ Harter (1717-1785) im Jahr 1778 Bürgermeister von Fletringen
(Flétrange) und, wie sein Vater und sein aus der Ehe mit Catherine
Marcus geborener Sohn Jean Nicolas (1748-1817, verh. mit
Barbe Reimeringer), Hufschmied von Beruf.
(4)
Mathias hatte neben einer Tochter Christine
(1739-1784, verh. mit Jean Auburtin) einen Sohn Martin oder Mathias
(1737-1786, verh. mit Catherine Leonard).
(5)
Mangin hinterließ eine Tochter Anne
(*vor 1743, verh. mit Charles Odet).
(6)
Jacques pflanzte seinen Ast bis in die Gegenwart fort: über den
Sohn Mathias (*vor 1718,
†1789, verh. 1. mit Marie
Charron / Wagner, 2. mit Anne Hennequin), den Enkel Jean (aus
zweiter Ehe, 1760-1837, verh. mit Marguerite Senger / Seignert), den
Urenkel Mathias (1793-1867, Weber, verh. mit Marie Anne
Andre), den Ururenkel Jacques (1824-1898, Weber, verh. mit Thérèse
Dory) und dann über dessen Kinder (a) Victor (*1865, Müller,
verh. mit Marie Dervint, mit dem Sohn Ernest Joseph,
1899-1984, Pont-à-Mousson, verh. mit Marie Stoffel, und den Enkeln Marie-Thérèse,
Pierre, René und Yvonne) sowie (b) François (1859-1944, verh. mit Anne Eugénie
Broville, mit dem Sohn Jean Louis Joseph, 1899-1984, verh.
mit Jeanne Marie Clémentine Meaux, und dem Enkel Jean, verh.
mit Huguette Soubrouillard).
(7)
François hinterließ
eine Tochter Marie (1724-1790, verh. mit Michel Becker).
(8)
Die Nachfahren Dominiques führen den Namen Harter. Es
sind dies die Tochter Anne (verh. mit Antoine Guillaume) und
die Söhne (a) Philippe (†1754), (b) Nicolas (verh.
mit Catherine Bisette) sowie
(c)
Jean (*um 1728, †1805, verh. mit Catherine Lambinet) mit
den Söhnen George L'Ainé (*um 1756) und Jean
(1758-1816, verh. mit Marguerite Jutz), von denen Jean die Linie mit
einem gleichnamigen Sohn (1792-1874, verh. mit Madeleine Thomassin)
und Enkel (1829-1910, verh. mit Suzanne Obis) sowie dem Urenkel Etienne
(*1870, verh. mit Madeleine Anderbourg) fortsetzte;
(d)
Christophe (1729-1794, verh. mit Marguerite Guillaume), von
dessen Kindern Jean (1752-1814) mit Marie Homburger, Nicolas
(*um 1753) mit Madeleine Caudy verheiratet war; und
(e)
Georges (*um 1736, †1816, verh. mit Catherine Fousse), von
dem aus der Zweig über den Sohn Jean (1773-1835, verh. mit
Marguerite Jung), den Enkel Georges (*1797, verh. mit Françoise
Reitz), den Urenkel Antoine (1828-1894, verh. mit Marguerite
Vingtans) und dessen zwei Söhne Jean (*1850) und Pierre
(1854-1923, verh. mit Adélaїde Ferdinande Lemaire) weiterläuft.
Nicht
näher zuzuordnen sind der Priester Jean (Johannes) Hartard,
Sohn des Claude Hartard aus Ottonville (um 1790), und ein
Pfarrer Jean Hartard in Queuleu (bei Metz, um 1900).

Zweige
in Frankreich, England, Chile, Südafrika und Australien
Nachfahren
dieser lothringischen Familien leben noch in den Départements
Moselle und Meurthe-et-Moselle, seit dem 19. Jahrhundert auch in
Paris. Aus einer dortigen Linie stammt Leonard Hartard (wohl
der Sohn von Jean Victor Hartard und Julie Anastasie Mery),
der in der Mitte des Jahrhunderts nach London auswanderte und
dort 1893 starb. Er hinterließ die Kinder Elizabeth, William,
Alfred Victor, Leon Victor, Anastasie Teresa
und Frederick Percival, deren Nachkommen bis heute in London,
Essex, Sussex, Surrey, Bedfordshire und Pembrokeshire zuhause sind.
Mit
Émile (Emilio) Hartard-Marichal, dessen Eltern in den
1850er-Jahren in Metz ein Hotel betrieben, beginnt schließlich der chilenische
Ast der Familie. Émile ließ sich nach seiner Ankunft in Chile 1897
zunächst im Norden des Landes nieder, in Ovalle, wo er die
konsularische Vertretung seines Heimatlandes Frankreichs übernahm. Seiner Ehe mit der
Französin Maria Gier entstammten die Söhne Alberto, Emilio,
Carlos, der sich in Antofagasta der Salpeterindustrie
widmete, Mauricio, Oberst der Kavallerie und 1923 Gründungsdirektor
der chilenischen Reitervereinigung, und Enrique, dessen Sohn
aus der Ehe mit Amelia Gonzales, Maximiliano, in den
1940er-Jahren Direktor des chilenischen Fußball-Erstligisten Club
Colo Colo war. Die zahlreiche Nachkommenschaft der Brüder lebt
heute hauptsächlich in Santiago und Antofagasta, zum Teil in Mexiko
und Venezuela.
Weitere
Familien Hartard, die wohl auf die englische oder die chilenische
Linie zurückgehen, finden sich in Australien (Sydney) und Südafrika
(Johannesburg).

Der
Artikel zur Familiengeschichte als PDF-Dokument:


Literatur und Quellen (Auswahl):
Karl Arendt: Porträt-Gallerie hervorragender
Persönlichkeiten aus der Geschichte des Luxemburger Landes von
ihren Anfängen bis zur Neuzeit. Luxemburg 1904, S. 211 André
Gain: Liste des émigrés, déportés et condamnés
pour cause révolutionnaire du département de la Moselle. Bd. 1/1,
Metz 1925, S. 560f. Archivo
Biográfico de España, Portugal e Iberoamérica, II Matrikeln
der Universitäten Freiburg, Köln und Würzburg Edouard Oster: Nos
noms de famille au 17e siècle. In: Jules Mersch (Hg.): Biographie
Nationale du Pays de Luxembourg depuis ses origines jusqu'a nos
jours. Luxemburg 1965
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